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Late Talker

Braucht Markus Lanz Frühförderung?

In der Frühförderstelle Stadthagen werden durchschnittlich etwa 280 Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren gefördert. In den letzten Jahren nimmt dabei die Anzahl der so genannten „late talker“ beständig zu. Natürlich sind nicht Markus Lanz und seine Kollegen gemeint, die spät abends im Fernsehen ein großes Fernsehpublikum unterhalten möchten. Es handelt sich hier um Kinder, die verspätet in den Spracherwerb einsteigen.


Während alle anderen Entwicklungsbereiche unauffällig erscheinen, sprechen diese „späten Sprecher“ im Alter von 24 Monaten weniger als 50 Worte und bilden noch keine Wortverbindungen wie „Mama trinken“ oder „Papa Auto holen“. Manchmal ist auch das Sprachverständnis eingeschränkt.

Bei der U7 beim Kinderarzt fallen bis zu 20% aller Kinder als „late talker“ auf. Noch vor etwa 10 Jahren lautete häufig die Empfehlung an die Eltern abzuwarten, denn ein Teil der Kinder holt den Rückstand ohne Förderung bis zum 3. Lebensjahr auf. Die Strategie des Abwartens hat sich unter dem Eindruck neuerer Studien jedoch überholt. Etwa die Hälfte der „late talker“ entwickelt ohne frühe Sprachförderung eine spezifische Spracherwerbsstörung, die im Alter von dreieinhalb Jahren eine umfassende sprachtherapeutische Behandlung erforderlich macht.

Zunehmend wird eine verzögerte Sprachentwicklung auch als Indikator für weitere Entwicklungsrisiken betrachtet. Kinder mit Seh- und Hörbeeinträchtigungen, allgemeinen oder kognitiven Entwicklungsverzögerungen zeigen oft einen verspäteten Sprechbeginn.

Für Eltern, die sich um die Entwicklung ihres Kindes Sorgen machen, ist in jedem Fall der Kinderarzt Ansprechpartner. Voraussetzung für eine erfolgreiche Förderung ist zunächst die Abklärung der Hörfähigkeit des Kindes. Akute oder chronische Mittelohrbelüftungsstörungen behindern die Entwicklung von Hörwahrnehmungs- und Hörverarbeitungsprozessen.

Die Frühförderung bietet die Chance, frühzeitig Entwicklungsprozesse in Gang zu setzen. Sie legt ihren Schwerpunkt auf den Erwerb der sprachlichen Vorläuferfähigkeiten in sprachanregenden Spielsituationen. Dazu gehört das Entwickeln von Freude am Lautieren und Lallen im Spiel. Das Kind lernt, regelmäßig Blickkontakt aufzunehmen, sich mit seinem Gegenüber durch Blicke zu verständigen und dialogisch zu handeln. Es erfährt, dass die materielle Welt Bestand hat und darin jedes Ding einen Namen. Die Aufmerksamkeit für auditive Reize und Sprache soll geweckt werden. Die aktiven Äußerungen des Kindes werden geschätzt, verstärkt und erweitert.

Die Elternberatung nimmt dabei einen großen Stellenwert ein. Information und Anleitung gehören zum Förderkonzept.

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